Weltmuseum Wien
Kunde
Weltmuseum Wien
Projektstandort
Wien, Österreich
Projektdatum
2026
Architekt
Harald Gründl
Fotos
Daniel Sostaric
Ein „Zukunftslabor“ für regeneratives Design
Die Pop-up-Ausstellung wurde kuratiert von Claudia Banz und Harald Gründl in Kooperation mit Christian Schicklgruber und Studierenden des Regenerative Design Labs an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Statt ethnologische Museen als statische Archive zu verstehen, begreift das "Zukunftslabor" sie als dynamische Räume, in denen ökologische Zusammenhänge erforscht und unterschiedliche Wissenssysteme sichtbar gemacht werden. Die Ausstellung macht zukunftsrelevantes Wissen sichtbar, das in den Objekten verankert ist, und überträgt es in gegenwärtige und zukünftige Kontexte. Es ist ein Aufruf, Museen als aktive Räume für ökologische und kulturelle Regeneration neu zu denken und greift das Wissen globaler Gesellschaften auf, um heutigen Umweltfragen zu begegnen – unterstützt durch eine besondere Lichtinszenierung, die das Zusammenspiel von Geschichte und Gegenwart sichtbar macht.
Regeneratives Design
Die Ausstellung basiert auf den Prinzipien des regenerativen Designs – die Strategien der Natur dienen als Grundlage für das Design-Denken. Objekte aus der Sammlung des Weltmuseums, ausgewählt von den Studierenden, werden im Hinblick auf ihr Potenzial neu betrachtet, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Design zu inspirieren.
Die Vergangenheit reflektieren, um die Zukunft zu gestalten
Die Objekte stammen aus Gesellschaften, die im Einklang mit ihren natürlichen Lebensräumen leben und lokale Ressourcen nachhaltig nutzen. Die Ausstellung stellt diese Lebens- und Wissensformen den ausbeuterischen, kolonialistischen Ansätzen der modernen westlichen Zivilisation gegenüber, die die Ökosysteme der Erde an kritische Kipppunkte geführt haben. In diesem Kontext übernimmt das Licht von Zumtobel eine gezielte Rolle, indem es eine Atmosphäre schafft, die die Spannung zwischen diesen Weltbildern verdeutlicht und das in den präsentierten Kulturen verankerte nachhaltige Wissen sichtbar macht.
„Regeneratives Design ist eine Designphilosophie, die wir von indigenen Kulturen neu erlernen sollten. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Prinzipien, die dazu inspirieren, mutige und innovative Geschäfts‑ und Designstrategien für die Zukunft zu entwickeln.“
sagt Harald Gründl, Leiter des Regenerative Design Lab an der Universität für angewandte Kunst Wien und Partner bei EOOS Design.
